Querruder hoch oder runterstellen beim Landen?

  • Hallo


    Da mir meine Mirage letzte Woche im Flug gestorben ist habe ich mir was neues angeschaft (Fox von Hype).


    Nun habe ich überall gelesen das viele Leute die Querruder mit als Landehilfe nutzen.
    Einige stellen sie nach oben und einige nach unten.
    Was wäre denn jetzt besser?


    Bei der Futaba FF6 (2.4 GHz) gibt es einen Mischer "Flaperon".Das müsste ja diese Funktion sein?



    Mfg
    Sven

  • Hi,


    für Segler ist es eher sinnvoll die Querruder nach oben zu stellen, damit der Auftrieb verringert wird und der Widerstand zunimmt.
    Bei normalen Flächenmodellen werden die Klappen nach unten gefahren, um den Auftrieb zu erhöhen, damit das Modell langsamer reinkommt. Meist ist ein Runterfahren aber mit dem Risiko verbunden, dass außen die Strömung abreißt und das Modell abkippt. Wenn man dann nicht schnell reagieren kann, wie z.B. mit Vollgas, dann siehts beim Segler meist schlecht aus.


    Bei Seglern, die auch noch Wölbklappen besitzen, fährt man die Querruder auch nach oben, die Wölbklappen dafür dann ganz nach unten-> maximaler Widerstand und dennoch recht hoher Auftrieb. Butterfly halt, kennst du sicherlich.


    Viele Grüße
    Jan

    Meine Homepage mit einigen Downloads für den AF 5 und AFPD, wie z.B. den Stobel V2 (AF 5 und AFPD) und mein Testbericht des Aerofly FS: Aerofly-sim.de
    Seite eines Freundes mit tollen Bauplänen für Depronmodelle und auch Downloads für AF 5 und AFPD: Modellflugzeuge-Depron.de

  • Hallo Jan


    Danke für die Infos.Werde ich mal austesten.



    So richtig kenne ich diese ganzen Mischer nicht.
    Expo,Flaperon usw. sind für mich neuland.Sowas habe ich die ganzen Jahre nicht gebraucht.
    Man kann zwar viel darüber lesen,aber wenn man nicht selber ausprobiert hat,hat man nicht wirklich ahnung davon.




    mfg
    Sven

  • Hallo Sven!


    Hab mir auf meinem EasyGlider auch "Wölbklappen" angesteuert, funktioniert bestens mit Schieberegler. Aber bei ausreichender Piste bzw. im "korrekten" Landeanflug wird deine Fox (ich nehm an, du meinst nicht die Voll GFK Version, sondern Schaumstoff) auch ohne Wölbklappen gut landen...
    Auf Schalter würde ich sie nicht legen, weil du dann keine Möglichkeit hast, zu korrigieren (von 100 auf 0 sozusagen).


    LG, Michael


    @ Jürgen: Sven hat die Fox gemeint, seine Mirage ist bereits" flugunfähig" !

  • Jürgen


    Die Mirage ist schon im ewigen Himmel (Regler abgeraucht und danach war die Mirage nur noch einzelteile)


    Die Fox hat pro Querruder ein eigenes Servo.


    Michael


    Meine FF6 hat keinen Schieberegler nur Schalter.Die Fox gleitet sehr gut,ich brauche einen riesen Landeanflug.
    Da wäre diese Bremshilfe sehr nützlich.
    Ich habe nun mal alles am Sender Programmiert und auf 10% Ausschlag gestellt.
    Wenn das Wetter etwas besser ist werde ich das dann in großer Höhe mal austesten.



    Mfg
    Sven

  • Hi,


    also ich fahre die Klappen zum Bremsen immer voll nach oben, das solltest du dir auch überlegen.
    Wenn du nur 10% draufgibst, dann wird das Profil immernoch sauber umströmt, du bekommst sogar ein schnelleres Profil mit der Verwölbung.
    Erst wenns richtig brutal wird reißt die Strömung ab und das ganze bremst erst.


    Wenn du das Profil verwölbst wird der Luftwiderstand erstmal geringer, der Auftrieb aber auch.
    Aber wenn du über den Schnellflugbereich hinaus bist, wird das Verhältnis zwischen Auftrieb und Widerstand verkleinert (weil größerer Widerstand, kleinerer Auftrieb) und damit wird der Gleitwinkel ebenfalls schlechter, das was du ja erreichen willst.


    Bei meiner Robbe Silence habe ich Querruder eingebaut und fahre die dann zum Landen voll nach oben. Beim Normalflug wirst du nicht viel merken, denn so groß ist der Widerstand nicht, ist ja kein Butterfly. Aber wenn ich mit ausgefahrenen Klappen dann leicht ansteche merke ich schon, dass ich auch steiler reinkommen kann.


    10% reichen nicht, denke ich.
    Aber ich denke schon, dass du dich da auf jeden Fall rantesten solltest, wie du schon gesagt hast: "In großer Höhe..." :D


    Viele Grüße
    Jan

    Meine Homepage mit einigen Downloads für den AF 5 und AFPD, wie z.B. den Stobel V2 (AF 5 und AFPD) und mein Testbericht des Aerofly FS: Aerofly-sim.de
    Seite eines Freundes mit tollen Bauplänen für Depronmodelle und auch Downloads für AF 5 und AFPD: Modellflugzeuge-Depron.de

  • Hallo Sven!


    Ich halte 10% auch für zu gering, auch wenn es so in der Anleitung der FF6 steht. Aber du kannst es sicher testen und gegebenenfalls erhöhen!


    LG, Michael

  • Bei meiner Fox von Windrider (Werte deshalb nur als Anhaltspunkt) stelle ich per Schalter die Querruder 45 % nach oben und 32% Tiefe gegen das Aufbäumen.
    Damit habe ich noch genügend Spielraum zum Steuern und für die Landung reichen wenige Meter. Ideal am kleinen Hang.


    Gruß Steffen

  • Hallo Sven,


    der Menüpunkt Flaperons ist korrekt.
    Bei Seglern und E-Seglern werden die Querruder zum Bremsen immer nach oben gefahren.
    Der Ausschlag wird nur vom maximalen Servoweg begrenzt, je mehr, umso besser die Bremswirkung und der Auftriebsverlust an der Fläche.
    10% sind zu wenig und zeigen kaum Wirkung, 45 Grad sollten mindestens erreicht werden.
    Achtung: Berücksichtige, dass du bei Betätigen der Querruder nicht gegen einen mechanischen Anschlag läufst.
    Wichtig ist auch, dass du das in ausreichender Höhe ausprobierst, denn normalerweise muss man kräftig Tiefe dazumischen.


    Um schnell reagieren zu können, legt man die Flaperons auf den Gashebel, vorne eingefahren, hinten maximaler Ausschlag.
    Das sieht also völlig analog zu einem Segler mit separaten Störklappen aus. Es macht dann viel Spaß, eine punktgenaue Landung mit den Flaperons zu steuern.


    Viele Grüße
    Karl-Heinz (rodeo)


    (fliege Flaperons auf MPX Arriba, MPX Alpha Club E, Tangent Kult Mini E, Tangent Alpina 4001).


    Halt: 1 Spezialfall fällt mir gerade noch ein:
    Mein Schleudersegler Birdy QR fährt die Querruder voll nach unten, aber das ist tatsächlich ein ganz anderer Flugzustand als bei 'normalen' Seglern.

  • Hallo



    Danke für die vielen Infos.


    Ich habe nun den ausschlag nach oben auf 35% gestellt (FLPR)+Wölbklappeneinstellung (FLTR)
    Nun werde ich mich mal an den PMX1 Mischer machen um etwas tiefe beizumischen (viel brauche ich nicht)


    Für was ist eigentlich die Querruderdifferenzierung gedacht? Hier steht etwas von negativen Wenderollmomentes.



    Mfg
    Sven

  • Hi,


    'negatives Wenderollmoment' ist völlig korrekt.
    Ich will nicht zu sehr in Flugphysik einsteigen, deswegen eine vereinfachte Erklärung.
    Beispiel Rollen nach links bei gleich großem Ausschlag:


    Das linke QR schlägt nach oben aus, das rechte nach unten.
    Beim Ausschlag nach unten wird der Widerstand erhöht, die hohe Fläche wird abgebremst, das Modell nimmt die Nase nach außen ('negatives Wenderollmoment').


    Bei der Differenzierung wird der Ausschlag nach unten verringert, bis die Nase auf der geraden Linie bleibt.
    Man kann das testen, wenn man gerade auf sich zufliegt und dann abwechselnd links/rechts rollt.


    Nase nach außen: Differenzierung zu gering
    Nase nach innen: Differenzierung zu stark


    Mit Werten zwischen 30-60% kann man gut fliegen, ist aber stark von der Auslegung des Modells abhängig.


    Grüße
    Karl-Heinz (rodeo)

  • Karl-Heinz,


    super erklärt, ich häts mit in die Kurve schieben zu erklären versucht....aber Deine Beschreibungen sind immer passend, ob hoch komplex oder auf simpel. Mann sollte hier mal eine Hall of Fame ;-) für solche Leute hier einrichten.

  • Habe nun alles bis auf die Differenzierung der Querruder programiert und es funktioniert auch.
    Flaperon Mischer steht auf 35% und tiefe bei 20%.
    Nun wird sehr schön die Geschwindigkeit abgebaut und der Landeanflug liegt nur noch bei geschätzten 20 Metern.


    Karl-Heinz


    Das bedeutet also wenn ich die Querruder Differenzierung programiere,das die Fox bei einer Rolle nicht mehr so stark die Nase nach unten nimmt?




    Mfg
    Sven

  • Hallo zusammen,



    Soweit sogut.


    Eher ist es so, dass durch den höheren Widerstand des nach unten ausgeschlagenen Ruders der Flügel nach hinten wandert und so der Auftrieb wieder verschlechtert wird.
    Augelöst wird das durch die Verwirbelungen des Rumpfes (Schieberollmoment (siehe Segler nur mit Seitenruder)).


    Damit schiebt der Flieger erstmal und bremst ab (nicht effizient), aber die Nase dreht damit in die flalsche Richtung weg gegen den Querruderausschlag, deswegen negatives Wendemoment.
    Am besten ist es dieser Effekt mit dem Seitenruder auszugleichen, dafür ist es ja eigentlich da. Aber auch eine Querruderdifferenzierung von ca. 50 % ist schon ratsam. Nur muss man immer bedenken, dass die Stärke des Effekts mit der Geschwindigkeit variiert, d.h. beim Langsamflug anders als beim Schnellflug.


    (Es kann auch sein, dass sich beim Überziehen die Querruderwirkung umkehrt durch besagtes Schieberollmoment)



    Das bedeutet also wenn ich die Querruder Differenzierung programiere,das die Fox bei einer Rolle nicht mehr so stark die Nase nach unten nimmt?
    Sven


    Soweit ich weiß muss der Flieger dabei nicht unbedingt die Nase senken. Natürlich verändert der Ausschlag auch den Gesamtauftrieb und die Momente, die dann wirken, aber das hängt sehr stark vom Profil ab denke ich. Wegmischen würde ich das nicht...


    Hallo Sven,
    Bei Seglern und E-Seglern werden die Querruder zum Bremsen immer nach oben gefahren.


    Karl-Heinz (rodeo)


    Halt: 1 Spezialfall fällt mir gerade noch ein:
    Mein Schleudersegler Birdy QR fährt die Querruder voll nach unten, aber das ist tatsächlich ein ganz anderer Flugzustand als bei 'normalen' Seglern.


    Genau: Bei F3K, DLG bzw. HLGs werden die großen Querruder, die die gesamte Spannweite abdecken, oft nach unten gefahren um den Flieger aus der Luft fangen zu können, damit der Start sofort danach durchgeführt werden kann.
    Also nicht IMMER, aber eigentlich immer bei Modellen mit "normalen" Querrudern, so wie bei dir halt.


    Viele Grüße
    Jan (Jet-Pack)

    Meine Homepage mit einigen Downloads für den AF 5 und AFPD, wie z.B. den Stobel V2 (AF 5 und AFPD) und mein Testbericht des Aerofly FS: Aerofly-sim.de
    Seite eines Freundes mit tollen Bauplänen für Depronmodelle und auch Downloads für AF 5 und AFPD: Modellflugzeuge-Depron.de

  • Hallo,


    Rodeos erklärung is hier eindeutig die korrekte.


    Durch den Rumpf wird hier erstmal garnichts ausgelöst.


    Dass der Rumpf schief steht ist Folge des Schiebemoments (und nicht Ursache) das durch die Auftriebsverteilung entsteht.


    Dass der im Anschluss schief stehende Rumpf bremst ist auch klar.


    Das Negative Wendemoment tritt aber auch bei Modellen mit extrem dünnen Rumpf vor - ganz klarer Hinweis daraus, dass eben wie Karl-Heinz sagt, die Schiebe-Bewegung von den Flächen ausgeht. Auch Nurflügel schieben, manche sogar sehr deutlich. Und da kann mir dann wirklich keiner mehr weiß machen, dass die Verwirbelungen am Rumpf schuld sind ;-) Die Verwirbelungen am Rumpf sind hier also ganz klar eine Folge und nicht Ursache das negativen Wendemomentes.


    Durch das Seitenruder lässt sich das negative Wendemoment ausgleichen, durch Differenzierung entsteht es erst garnicht in großem Ausmaß!


    Gruß,


    Hias

    Gegen Hass, Hetze und Diskriminierung des DIESEL!

    Gebt Intoleranz und Oleophobie keine Stimme!


    Gebt eurem Diesel eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung


    Diese Signatur ist für Kinder unter 18 Jahren nicht geeignet.

    Zur Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ihren Tierhomöopathen oder Sarkasmus-Beauftragten!

  • Hi,


    äähm ja meine Aussage ist etwas durcheiander geraten...

    [...] - ganz klarer Hinweis daraus, dass eben wie Karl-Heinz sagt, die Schiebe-Bewegung von den Flächen ausgeht. [...]


    klar hast Recht, kommt nicht durch den Rumpf.
    Ursache für das Schieben ist das veränderte Profil, also durch den erhöhten Widerstand auf der einen Seite der Tragfläche.
    Da endet meine Erklärung für das negative Wendemoment, Nase wandert gegen den Querruderausschlag, soweit so gut.


    Bei dem Abschnitt, den du meinst, da wollte ich doch nur noch das Schieberollmoment erklären. Sorry wenn das nicht so rübergekommen ist.
    Hier meinte ich mit "das" das Verringern des Auftriebs, nachdem der Flügel bereits nach hinten gewandert ist:

    [...] Augelöst wird das durch die Verwirbelungen des Rumpfes (Schieberollmoment (siehe Segler nur mit Seitenruder)). [...]


    Kann sein, dass das mit dem Rumpf da falsch ist, woher das kommt weiß ich nicht mehr so genau, muss ich zugeben, aber der Rumpf wäre eine Erklärung (außer bei Nuris).
    Aber fest steht doch, dass die nachgeschobene Fläche weniger Auftrieb liefert, oder?
    (außgelöst durch die Auftriebsverteilung???)


    Hias: Deine Argumentation, Rodeos Erkläreung wäre besser finde ich deshalb etwas verwunderlich. Natürlich hat er grundsätzlich alles gut und verständlich erklärt, aber ich wiederlege seine Theorie doch auch gar nicht. Grundsätzlich finde seine Theorie gut. :D Und sie hat die eigentliche Fragestellung geklärt, oder Sven?
    Und deine Aussagen stimmen auch. ;)



    Lange Rede kurzer Sinn: Sorry, wenn ich zu tief in die Physik eigestiegen bin. Klar Rodeos Erklärung ist einfach und richtig und erklärt all das, was man wissen muss. Ich hab da zwischen drin was dazwischen gebracht, was da nicht hingehört. Hoffentlich habe ich euch nicht zu sehr verwirrt.


    Viele Grüße
    Jan (Jet-Pack)

    Meine Homepage mit einigen Downloads für den AF 5 und AFPD, wie z.B. den Stobel V2 (AF 5 und AFPD) und mein Testbericht des Aerofly FS: Aerofly-sim.de
    Seite eines Freundes mit tollen Bauplänen für Depronmodelle und auch Downloads für AF 5 und AFPD: Modellflugzeuge-Depron.de

    Edited 2 times, last by Jet-Pack ().

  • Hallo Sven !


    Hier mein "Beitrag" zur Querruderdifferenzierung:


    Stell dir einen Korkenzieher vor- die Spiralform wär deine "Rolle" ohne Differenzierung der Querruder (Faßrolle), und mit der Differenzierung befindet sich der "Drehpunkkt" immer auf der Mittellinie, du fliegst also im besten Fall immer grad auf der Flugbahn weiter, ohne einer Abweichung auf die Seite....


    Hoffentlich war das so halbwegs verständlich für dich, aber so hab ichs mir gemerkt!


    Michael