Seminar für AFPD Wettergötter

Hanswonner hat eine Anleitung erstellt, mit der man seine 3D Szenerien im AFPD individuell einstellen kann. Er zeigt in diesem Workshop wie man das Wetter verändert oder verschiedene Tageszeiten einstellt.



Fangen wir mal mit dem Wettergott-Seminar an:


Wenn man die geo- Datei öffnet,

findet man gleich unterhalb der Startpositionen diese Zeilen:


// height tiling ca cb filename

CLOUDS 155 6 0.45 0.9 texture/cloud.tmt


Das ist unser "Wetter-Schaltbrett".


(In eggeland und mountlake fehlen diese Zeilen! Deshalb gibt es dort auch keine Wolken! Wer in diesen Szenen auch Wolken haben möchte, kann sie hier abkopieren und in die geo von eggeland bzw mountlake einkopieren unterhalb der Zeile "Cube")


Die Zahl unter "height" gibt uns die Wolkenhöhe in Metern an.

Wenn wir aus der 155 eine 55 machen, holen wir die Wolken um 100 m tiefer.

Nach jeder Aktion das Speichern nicht vergessen, sonst ändert sich nix!

(Und natürlich ganz am Anfang eine Sicherheitskopie der geo machen!!!)


Zum Ergebnis unserer Wolken-Runterhol-Aktion die folgenden Vorher-Nachher-Bilder:

afpro-EasyGlider-walwindSpaet-00.jpg afpro-EasyGliderElectric-walwindSpaet-00.jpg

kommen wir zum zweiten Hebel auf unserem Wetter-Schaltbrett,

und der heißt "tiling":


... // height tiling ca cb filename

CLOUDS 155 5 0.45 0.9 texture/cloud.tmt


Die Zahl unter tiling sagt,

wie oft sich die gleiche Wolkentextur von einem Ende des 3-D-Himmels bis zum anderen Ende wiederholt.

Diese Wiederholung fällt bei Zahlen um die 5 überhaupt nicht auf,

über 10 sieht man die Regelmäßigkeit immer mehr

(meine Schäfchenwolken im ersten Bild dieses Threads hatten 20)


Null kann man auch einsetzen, dann kriegt man eine gleichmäßig-diffuse Wolkendecke ohne irgendwelche Abstufungen.


Die Bilder zeigen tilings von 1,10, 20 und 50

afpro-extra_lxh-walwindSpaet-00.jpg afpro-micro-Jet-walwindSpaet-00.jpg afpro-jungmeister-walwindSpaet-00.jpg


afpro-md900-hw-walwindSpaet-02.jpg

kommen wir nun zum 3. "Hebel" auf unserem Wetter-Schaltbrett,

nämlich zum

ca-Wert:


// height tiling ca cb filename

CLOUDS 155 5 0.45 0.9 texture/cloud.tmt


Dieser Wert regelt den Kontrast der Wolken.

Bei niedrigen Werten sind die Wolkenschleier ganz zart bzw. gar nicht mehr erkennbar, wenn man steil zum Himmel hochschaut.

Der Himmel sieht dadurch weniger bewölkt aus.


Je höher der Wert,

umso höher auch der Kontrast, und jeder feine Schleier wird immer mehr zur dichten Wolke.


Weil aber die Wolkentextur ziemlich grob und pixelig ist,

kommen dadurch immer "Sägezahnformen" zum Vorschein.


Deshalb sind hier Werte über 1 nicht mehr richtig brauchbar.


Die Beispielbilder haben die ca-Werte 0.1, 0.45, 0.95 und 4.95

afpro-DG300-walwindSpaet-00.jpg afpro-Callisto-walwindSpaet-00.jpg afpro-ASK13-walwindSpaet-00.jpg


afpro-CO-5-walwindSpaet-00.jpg

kommen wir nun zum letzten "Hebel" auf unserem Wolken-Schaltbrett,

dem Wert cb:


.....// height tiling ca cb filename

CLOUDS 155 5 0.45 0.9 texture/cloud.tmt


Dieser Wert reguliert den

Anteil der Wolken am Gesamthimmel,

und zwar umgekehrt proportional:

Je KLEINER dieser Wert, desto GRÖSSER der Wolkenanteil!


Bei diesem Wert sind zur Abwechslung mal die sehr kleinen Werte (unter 0.2) etwas seltsam aus,

während nach oben keine Grenze gesetzt ist.


Die Beispielbilder haben die Werte 0.1, 0.5, 0.9, 4.9 und 9.9:

afpro-cap21-walwindAbend-00.jpg afpro-cap232-walwindAbend-00.jpg afpro-christeneagle-walwindAbend-00.jpg


afpro-da42hw-walwindAbend-00.jpg afpro-da40hw-walwindAbend-00.jpg

mit dem Wolken-Schaltbrett sind die Möglichkeiten des Wetter- Machens aber noch nicht erschöpft:

Es gibt ja noch die Nebel-Funktion!


Die erweitert schon im Normal-Modus die Möglichkeiten ganz erheblich ("Weichzeichnerfunktion", stimmungsvolles Licht, die grelle "Außen-Ebene" wegblenden...).


Aber man kann den Nebel auch noch beliebig einfärben!


Dazu öffnen wir im Aerofly- Hauptordner den Unterordner "config"

und dort wieder die Datei "main".


Fast ganz unten finden wir diese Stelle:


gl_fog 0

fog_density 0.00092

fog_color 0.60000 0.60000 0.60000


Wenn man die 3 Zahlen in fog_color alle gleich verringert

(z. B. alle auf 0.30000),

so wird der Nebel dunkler und grauer (Achtung: Speichern nicht vergessen!).


Wenn man die 3 Zahlen auf 0.0000 setzt, hat man schwarzen Nebel, den man gut für "Unwetterstimmung" und Abendstimmung einsetzen kann


Das geht prima,

weil man im Grafikmenü ja die Nebeldichte sehr fein einstellen kann (und auch mit einem Klick ein- und ausschalten).

afpro-edge540-50-walwindSpaet-02.jpg afpro-edge540-50-walwindSpaet-04.jpg afpro-edge540-50-walwind-00.jpg


afpro-edge540-50a-walwindSpaet-00.jpg afpro-edge540-50a-walwindSpaet-01.jpg

vielleicht habt ihr im Thread "Zeigt her eure Bilder"

schon meine Bilder mit "Abendrot" und die Sahara-Szene mit gelbem Abenddunst gesehen.


Das geht auch mit dem Nebel,

aber dazu müssen wir ihn einfärben.


Also wieder config > main aufmachen und die fog- Zeilen suchen:


gl_fog 1

fog_density 0.00113

fog_color 0.60000 0.60000 0.60000


Wenn wir die 3 Zahlen auf GLEICHEN Werten haben,

ist der Nebel weiß (bei 1), grau (unter 1) oder schwarz (bei 0).


Die 3 Zahlen sind wie die 3 Schieber für den Rauch im Grafik-Menü:


Die 1. Zahl regelt den Rot-Anteil,

die 2. Zahl regelt Grün

und die 3. Zahl regelt Blau.


Für das Abendrot brauchen wir viel Rot, ein bisschen Grün und gar kein Blau, also zum Beispiel:


fog_color 0.50000 0.10000 0.00000


Für den gelben Sonnenuntergang wie in "Sahara"

nehmen wir halb so viel Grün wie Rot, das ergibt ein Gelb mit einem kleinen Stich ins Orange:


fog_color 0.60000 0.30000 0.00000


Für einen "echten" Sonnenuntergang müssen wir natürlich noch

die Sonne tiefer stellen

und das Sonnen- und Umgebungslicht in Farbe und Stärke anpassen.

afpro-_fey_ballon-walwindSpaet-05.jpg afpro-_fey_ballon-SaharaSpaet-02.jpg

Kommen wir also zum nächsten Schaltbrett,

nämlich den "Lichtblock" in der geo-Datei:


LIGHT_POSITION 0 0.20 -0.40 1.00 0

LIGHT_AMBIENT 0 0.70 0.70 0.70

LIGHT_DIFFUSE 0 1.00 1.00 1.00

LIGHT_SPECULAR 0 1.00 1.00 1.00

Heute ändern wir die Richtung und Höhe der "Sonnenstrahlen".


Dazu brauchen wir die erste Zeile LIGHT_POSITION.


Die erste Null hat nichts zu bedeuten, die letzte auch nicht,

aber die 3 Zahlen dazwischen legen fest, von wo die (unsichtbare) Sonne ihre Strahlen hersendet.


Die 1. Zahl schiebt die Sonne in Nord-Süd-Richtung,

wobei die Plus-Richtung (ohne Vorzeichen) nach Norden und die Minus-Richtung nach Süden schiebt.


Die 2. Zahl ist für die Westrichtung (Plus) und die Ostrichtung (Minus) zuständig.


Die 3. Zahl ist für die Höhe da, wobei nur der Plus-Bereich interessant ist.


Dabei ist es ziemlich egal, wie hoch die Zahlen absolut sind,

es kommt auf das Verhältnis der Zahlen untereinander an:


0.5 1.2 0.7 hat die gleiche Wirkung wie 1.0 2.4 1.4 !


Bei den Richtungen kann man sich gut an der Kompassrose orientieren:

Man stellt ein Flugzeug in die Richtung, in der man die Sonne haben will,

und schätzt dann das Verhältnis der beiden beteiligten Himmelsrichtungen ab.


Um die Sonnenstrahlen in einem Pano genau auf die abgebildeten Schatten derr Pano-Bilder einzustellen,

nehme ich gerne meinen Nacht-Zeppelin (im AFP-planes-DL auf Seite 4)

und lasse ihn spiegeln.

Dann fliege ich vor der Stelle herum, wo die Sonne sein müßte, und schaue mir die Lichtreflexe auf dem Zepp an.

Wenn der Zepp vor der "Sonne" auf keiner Seite mehr Lichtreflexe zeigt,

stimmt die Richtung und Höhe der "Sonnenstrahlen".


Die Sache erfordert natürlich etwas Übung, geht dann aber immer schneller und besser.

Die Lösung der Aufgabe,

die Sonne genau nach Südost in 45 Grad Höhe zu stellen,

lautet

LIGHT_POSITION 0 -1.0 -1.0 1.00 0

oder jedes andere gleiche Zahlenverhältnis.

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Nun nehmen wir uns die zweite Zeile im Lichtblock vor,

und die heißt LIGHT_AMBIENT.


Mit dieser Zeile werden Stärke und Farbe des ALLGEMEINEN UMGEBUNGSLICHTS in der Szenerie geregelt.


Die erste Null interessiert uns nicht, aber die 3 folgenden Zahlen:


LIGHT_POSITION 0 0.20 -0.40 1.00 0

LIGHT_AMBIENT 0 0.70 0.70 0.70

LIGHT_DIFFUSE 0 1.00 1.00 1.00

LIGHT_SPECULAR 0 1.00 1.00 1.00


Was wir hier sehen, ist weißes Mittagslicht, wie es in allen Ipacs-Szenen ursprünglich drin ist:


Der Rotanteil (1. Zahl) ist genauso groß wie der Grünanteil (2. Zahl) und der Blauanteil (3. Zahl), nämlich immer 0.70.

Das ergibt zusammen weißes Licht, wie es bei geschlossener Wolkendecke auftritt.


Wenn aber blauer Himmel zu sehen ist, erhöht sich der Blau-Anteil des Umgebungslichts deutlich, und auch das grüne Gras reflektiert noch etwas Licht.

Deshalb stelle ich die Farbanteile immer etwas gestaffelt ein wie zum Beispiel in islesmallAbend:


LIGHT_AMBIENT 0 0.5 0.55 0.6


Weil es nicht mehr Mittag ist, hat das Umgebungslicht auch insgesamt abgenommen, wie man im Vergleich mit oben sieht.


Stärke und Farbe der Sonnenstrahlen ist wieder ein anderes Kapitel

und kommt das nächstemal dran.

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Beschäftigen wir uns also jetzt mit er vorletzten Zeile des Lichtblocks,

und die heißt LIGHT_DIFFUSE:

LIGHT_POSITION 0 0.20 -0.40 1.00 0

LIGHT_AMBIENT 0 0.70 0.70 0.70

LIGHT_DIFFUSE 0 1.00 1.00 1.00

LIGHT_SPECULAR 0 1.00 1.00 1.00

Im Gegensatz zu ihrem Namen ist sie nicht für das diffuse, verstreute Licht zuständig (dafür ist ja LIGHT_AMBIENT da),

sondern für die gerichteten SONNENSTRAHLEN,

deren Lichtquelle wir ja mit der ersten Zeile einstellen.

Die 3 Zahlen sind wieder der Rot-Anteil, Grün-Anteil und Blau-Anteil,

so dass man das Sonnenlicht einfärben kann.

Für Morgensonne fährt man Blau gegenüber Rot um 20 % zurück und Grün um 10 %, was etwas gelbliches Licht ergibt:

LIGHT_DIFFUSE 0 1.00 0.900 0.800

Für Abendsonne stuft man die Sache stärker ab und nimmt den Grün-Anteil etwas weiter zurück, um das Licht rötlicher zu färben:

LIGHT_DIFFUSE 0 1.00 0.65 0.500

Wenn man aber richtig knallige Abendsonne haben will,

kann man z.B. auch das Doppelte dieser Werte nehmen:

LIGHT_DIFFUSE 0 2.00 1.30 1.00

So,

das wären jetzt alle wichtigen "Hebel" der Wettermaschine.

Die letzte Zeile

LIGHT_SPECULAR 0 1.00 1.00 1.00

macht im wesentlichen dasselbe, die kann man in Frieden lassen

Damit ist mein AFPD-Wettergötter-Kurs beendet.

Im Easyfly kann man das meiste auch machen,

nur ist das Schaltbrett anders aufgebaut.

Bei Interesse kann ich da ja auch mal einen Kurs halten.

Für eure Aufmerksamkeit bedankt sich

euer Wetter-Guru

Hans